Fußball-WM: Verletzungsrisiken bei Stop-and-Go Sportarten
Nach gelungenem Auftaktspiel bei der Weltmeisterschaft in Amerika ist Österreich im Fußball-Fieber. Wie die ÖFB-Elf haben aber auch Hobby-Vereine immer wieder mit verletzungsbedingten Ausfällen von Spieler*innen zu kämpfen. Kein Wunder, denn als sogenannte Stop-and-Go Sportart birgt Fußball – wie eine Reihe anderer Ballsportarten – erhebliche Verletzungsrisiken. Unfallchirurg Dr. Michael Zegg von der Unfallambulanz Kettenbrücke erklärt die Gefahren und gibt Tipps für unfallfreies Kicken.
Was eine Stop-and-Go Sportart ausmacht
„Stop-and-Go Sportarten sind gekennzeichnet durch Belastungsspitzen bei schnellen Bewegungen. Wie der Name schon sagt, schnelles Durchstarten, abruptes Stoppen und Seitbewegungen machen diese Sportarten aus“, erklärt Dr. Zegg. Insbesondere Ballsportarten wie Fußball, Handball, Basketball, Volleyball, Rugby, American Football sowie die neuerdings olympische Sportart Flag-Football zählen zu den Stop-and-Go Sportarten. Auch Tennis, Tischtennis und Badminton mit ihren schnellen und impulsiven Bewegungsabläufen fallen in diese Kategorie. Demgegenüber zählen alle Ausdauersportarten, Wassersportarten oder auch Golf nicht zu den Stop-and-Go Sportarten.
Spezialfall Fußball
Beim in Österreich so beliebten Fußball kommt neben dem typischen Bewegungsmuster noch dazu, dass der Sport insgesamt sehr körper- und gegnerbetont ist. In Verbindung mit den mit Stollen versehenen Fußballschuhen ergeben sich erhöhte Verletzungsrisiken.
Typische Verletzungsmuster
Die gängigen Verletzungsmuster bei Stop-and-Go Sportarten reichen von Prellungen und Hämatomen über Muskelfaserrisse und Muskelabrisse bis hin zu Bänder-, Sehnenrissen, Sprunggelenk- und Knieverletzungen. Eher selten kommt es zu Knochenbrüchen im Bereich der Beine oder Rippen. „Gerade bei Bandrupturen oder Sehneneinrissen bzw. -abrissen sind die Ausfallzeiten für die Sportlerinnen recht lang“, erklärt Dr. Zegg. Eine abgerissene Achillessehne bedingt beispielsweise bis zu sechs Monate Ausfall und beim klassischen Kreuzbandriss ist mit acht Monaten ohne Sport zu rechnen.
Tipps für unfallfreies Hobby-Kicken
„Die beste Vorbeugung für Hobbysportler und -sportlerinnen ist gutes Aufwärmen. Wichtig ist, dass man nicht gleich in die Vollbelastung geht“, rät der Unfallchirurg. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, gerade bei hohen Temperaturen, sorgt auch für eine bessere Versorgung der Sehnen und Bänder. Bei der Fußball-WM gibt es deshalb auch Trinkpausen während der Spiele. Im Hobby Sport ist auch das Alter ein wichtiger Faktor, denn anders wie Messi, Arnautovic und Co können Hobby-Sportler*innen sich nicht tagein tagaus auf die eigene Fitness fokussieren. Mit zunehmendem Alter sollte je nach individueller Situation die Intensität der Sportausübung angepasst und gegebenenfalls überdacht werden.
Die erste Adresse bei Verletzungen
Wenn doch eine Verletzung beim Fußball oder einer anderen Stop-and-Go Sportart passiert, ist die Unfallambulanz Kettenbrücke die erste Adresse zur Abklärung. In der hauseigenen Radiologie verfügt das Ärzteteam über die komplette bildgebende Diagnostik von CTund MRT über Röntgen bis Ultraschall. Ist eine Akut-Operation notwendig, wird diese meist am selben oder einem der nächsten Tage zeitnah durchgeführt. Jeder unfallchirurgische Eingriff wird von zwei erfahrenen Fachärzten durchgeführt. Und im Rahmen der Phase der Rehabilitation begleiten die Ärzte die Patient*innen, führen Gespräche mit den Sportler*innen ebenso wie mit den Trainer*innen und bestimmen so den optimalen Zeitpunkt für das „Back to Sport“. „Gerade bei Stop-and-Go Sportarten ist das besonders wichtig, weil es einfach um Spitzenbelastung geht. Wenn man da zu früh zurückkommt, können Verletzungen nie ganz ausheilen. Das verursacht langfristige Probleme“, betont Dr. Zegg abschließend. In den nächsten Wochen können jedenfalls alle Sportler*innen und Interessierten bei der Fußball-WM mit den Profis mitfiebern